Schnelles Internet für alle?
Schon der erste Punkt sorgte für breite Diskussionen. In Elbenau sind bereits
zahlreiche Häuser an das von der Firma MDDSL verlegte Glasfasernetz angeschlossen,
das ihnen den Turbo-Zugang an das Internet ermöglicht. Andere, im Bereich
Alt Elbenau / Liesekuhle waren nicht in diese erste Ausbaustufe einbezogen.
Dort gibt es schon lange Unmut darüber, dass der Ort dadurch zweigeteilt ist.
"Schön ist das wirklich nicht", sagte OB Bert Knoblauch und erklärte den
Hintergrund, warum der Stadt die Hände gebunden sind und sie nicht eingreifen kann.
Denn die Stadtwerke – die durchaus auch selbst den Ausbau übernehmen
könnten – nutzen ein sogenanntes Graaue-Flecken-Programm, ein Förderprogramm
für Gebiete, in denen eine Versorgung mit Internet zwar gegebne ist, aber
mit zu geringer Geschwindigkeit. Dieser Förderung muss aber eine Ausschreibung
vorangehen. Und wenn sich dsnn – wie in Elbenau MDDSL – ein
Unternehmen meldet, das sagt "wir machen das auf eigene Kosten, ohne Förderung",
dann gibt es in diesem Gebiet keine Fördergelder. "Aus volkswirtschaftlicher
Sicht ist das richtig so, denn warum soll der Staat öffentliche Gelder ausgeben,
für etwas, was auch ohne dies Gelder getan wird", sagte Knoblauch. Aber es war
ihm auch anzusehen, dass er über das Vorgehen von MDDSL verärgert war. Schließlich
hatte er selbst vor einigen Jahren mit einem Empfehlungsschreiben auf das Angebot
von MDDSL aufmerksam gemacht, in der Annahme, dass das Unternehmen dann auch zügig
ausbaut.
Susanne Brandt meldete sich zu Wort "Ich habe vor ein paar Tagen mit Herrn Gerlach
von MDDSL telefoniert. Nach seiner Mitteilung ist die Planung für den 2. Bauabschnitt
von Elbenau abgeschlossen. Es soll nochmal eine Befragung durch den Außendienst erfolgen
und dann im Sommer gebaut und das Ausbau abgeschlossen werden." Sie sagte aber
auch, dass sie das selbst auch nur wiedergeben kann, aber es keine Garantie dafür
gibt, dass MDDSL dies auch so tut.
Radweg in Aussicht
Der OB berichtete über Verhandlungen zwischen dem Salzlandkreis und der Stadt
Schönebeck über die Höhe der Kreisumlage (das ist das Geld, das die Stadt
an den Landkreis überweisen muss). Um ein Gerichtsverfahren einvernehmlich
und ohne Verhandlung zu beenden, erklärt sich der Kreis bereit, im Gegenzug
zur Rücknahme der Klage gegen die Kreisumlage 2019 und 2020 einen Radweg
an der Kreisstraße zwischen Elbenau und Grünewalde zu bauen. "Wir als Stadt
sind froh darüber. So dicht waren wir noch nie dran", sagte Bert Knoblauch.
Allerdings ist das nichts für sofort und gleich, der Kreis bekommt dafür 5
Jahre Zeit.
Gehweg zur Schule und Buswendeschleife
Die Arbeiten waren unübersehbar, und ebenso dass der Gehweg inzwischen fertig
ist. Die Elbenauer nutzen ihn schon fleißig. Dezernent Guido Schmidt
erläutert den bisherigen Bau und die geplanten weiteren Arbeiten. 750.000 EUR
kostet alles zusammen. Das Gute daran: die Stadt bekommt 90 % vom Land und
muss nur 75.000 EUR aus eigener Tasche zahlen. Schulleiter Frank Faust meldet
sich zu Wort "ich muss an dieser Stelle mal danke sagen. Es hat alles gut
geklappt, auch die Kommunikation mit Stadt und Baufirma". Bert Knoblauch
bestätigt "Mit der Firma Grüning haben wir gute Erfahrungen gemacht". Im
Anschluss gibt es noch Diskussionen über die Zugänglichkeit von Anwohnergrundstücken
während der Bauphase.
Noch eine Baustelle: Elbenauer Landgraben
Der OB blickt hinüber zu Holger Goldschmidt, der das Thema schon mehrfach
ansprach: "Dein Thema". Diese rwinkt nur ab, denn die Reparatur des Radwegs
am Ortsausgang Richtung Plötzky wurde immer wieder verschoben. Guido Schmidt
spricht über die "Dauerbaustelle". Die Baumaßnahme wird aktuell ausgeschrieben,
man rechne für diesen Sommer mit dem Bau. Hintergrund ist, wie bereits mitgeteilt,
dass sowohl Stadt als auch Landkreis Anteile leisten müssen. Man hatte sich
darauf verständigt, dass die Stadt die Reparatur komplett übernimmt, abder vom
Kreis dessen finanziellen Anteil bekommt. Es gab Unstimmigkeiten über die
Höhe diese Betrages, aber die sind wohl inzwischen ausgeräumt.
Tempo 30
Im Zuge der Straßenbauthemen tauchte auch das Thema von Tempo 30 auf. Auf
der Elbenauer Str. ist Tempo 30 vorgeschrieben, für Lkw rund um die Uhr, für
Pkw während der Schulzeit. Aktuell ist wegen der Baustelle die Beschilderung
nicht ganz regelkonform, die Verwaltung wird das prüfen. Auch eine Ausweitung
auf die Randauer Straße wurde gefordert. In dem Zusammenhang schlug Susanne
Brandt eine Ortsbegehung vor. Zu möglichen Geschwindigkeitskontrolle sagt
der OB "Die führen wir ja auch durch. Aber wenn jeder so fahren würde wie
er es von fremden Autofahrern vor seiner eigenen Haustür verlangt, dann
bräuchten wir nicht blitzen".
Ein Anwohner der Randauer Straße sprach den Lärm von Motorrädern an:
"kann man nicht Lärmblitzer verwenden". Die Stadt kann da nichts tun, das
ist Sache der Polizei, war die Antwort.
Weitere Verkehrsthemen
Ein weiteres Verkehrsthema ist die geänderte Vorfahrtsregelung am
Abzweig Richtung Magdeburg. Warum das geändert wurde, wird gefragt, und ob ma^n
einen Spiegel aufstellen könne. "Die Stadt war da nicht einbezogen", sagt der OB,
"das sind zwei Kreisstraßen und da ist einzig die Verkehrsbehörde des
Landkreises zuständig". er verweist darauf, dass der Hauptanteil des Verkehrs
in/aus Richtung Magdeburg verläuft. Daher dürfte eine nochmalige Änderung
nicht aussichtsreich sein.
Auch das Kopfsteinpflaster im hinteren Teil der Randauer Str. wird angesprochen.
Auf Änderung wird keine Hoffnung gemacht. Die Stadt hat schlimmere Straßen, die
dringender dran sind. Bei den unbefestigten Fußwegen wird die Stadt aber
mal schauen, ob etwas getan werden kann. Denn in der Randauer Straße, aber
auch in der Plötzkyer Straße gibt es Gehwege, die nur eine gesplittete
Oberfläche haben. Die Frage, ob die Stadt einfach Splitt bereitstellen könnte,
und man würde als Anwohner das selbst verarbeiten, verneinte der der für
Bau zuständige Dezernent Schmidt.
"Mein Fachbereich rät davon ab", sagte er, "wir haben keine guten Erfahrungen
damit und würden dann doch lieber unseren Bauhof losschicken".
Ein Anwohner hatte vorab die Frage an die Stadt gerichtet, ob an der Kreuzung
"Waldesruh", dem Abzweig von der Kreisstraße nach Plötzky in Richtung AWG-See
und Ferienpark Plötzky eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet werden kann.
Die Verwaltung wird das Thema nochmal mitnehmen bzw. an den Kreis (es ist
eine Kreisstraße) weitergeben.
Auch eine Frage nach einer Buslinie – einer möglichen Verbindung bis
Calenberge, wo dann Anschluss nach Magdeburg besteht – wird an den Kreis
und die Kreisverkehrsgesellschaft weitergegeben.
Nutzung der Deichwege
Von einem Problem mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW berichtet die
Stadt. Der LHW will die jeweils anliegenden Gemeinden zur Übernahme der
Verantwortung für die Deichwege verpflichten, wenn die Wege der Allgemeinheit
zur Verfügung stehen sollen. Die Stadt lehnt das ab, aber man ist im Gespräch dazu.
Zukunft der Elbebrücke
Guido Schmidt informiert über das vorliegende Gutachten zur Brücke und die darin
benannten Optionen. Diese reichen von Abriss bis zur vollständigen Wiederherstellung
der Verkehrsfunktion. "Die erste und die letzte Option sind sehr unwahrscheinlich,
sie sind aber aufgeführt um die gesamte Bandbreite darzustellen", sagte er,
"Das Gutachten ist nur der erste Schritt. Wir müssen schauen, was wir mit
welchem Aufwand machen können". Die wichtigste Info für die Elbenauer und
Grünewalder ist aber: "unser Ziel ist, die Brücke zu erhalten".
Entwicklung der Orte
Susanne Brandt, die über den Bauernverband in der LEADER-AG (ein Vereinigung
zur Nutzung von Fördermitteln im ländlichen Raum) ehrenamtlich tätig ist,
wies auf noch vorhandene Fördergelder hin. Ihre Anregung: ein Projekt
zur Verbesserung des Spielplatzes machen.
Nach anderthalb Stunden wurde die Stimmung im Raum etwas unruhiger, auch die
weiteren Fragen kreisten um bereits diskutierte Themen. Die Einwohnerversammlung
ging mit dem Fazit zu Ende, dass man in Elbenau ruhig und sachlich über
viele aktuelle Themen sprechen konnte.