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Veranstaltungen

Termine für aktuelle und für regelmäßig stattfindende Veranstaltungen in Elbenau finden Sie hier.

Aktuelle Informationen aus Elbenau und Umgebung – 2021

Archivierte Informationen aus den Vorjahren:
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10.06. Eine kleine Sonnenfinsternis am blauen Sommerhimmel

Sonnenfinsternis beobachten
Heute mittag gab es eine partielle Sonnenfinsternis. Keine richtig große, nur etwa 13 Prozent der Sonne waren vom Mond verdeckt. Aber immer wieder interessant. Selbstverständlich darf man nur mit dem geschützten Auge in die Sonne schauen, mit einer Sonnenfinsternisbrille etwa, oder als preiswerte Alternative mit 3 Lagen Rettungsdecke.
Mit einem Fernglas und einem kleinen Trick kann man die die Sonnenfinsternis größer beobachten. Wichtig dabei: NIEMALS mit dem Fernglas ohne Spezialfilter direkt in die Sonne schauen. Der Trick: Man nimmt ein weißes Blatt Papier, richtet das Fernglas so auf die Sonne aus, dass das Abbild der Sonne (beim Feldstecher sind es 2 Abbilder) auf das Papier fällt und stellt über den Abstand zum Papier und das Scharfstellrädchen die Sonnenscheibe scharf. Man erhält je nach Abstand ein ca. 3 bis 6 cm großes Bild der Sonne, das man sehr schön betrachten kann. Sogar größere Sonnenflecken (wenn die grad vorhanden sind) werden so sichtbar gemacht. Das Fernglas wird davon nicht beschädigt und es entsteht auch kein Brennfleck. Die meiste Zeit über gab es einen wolkenlosen Himmel. Nur kurz nach der maximalen Verfinsterung zogen Wolken auf.
Sonnenfinsternis mit Fernglas beobachten Sonnenfinsternis mit Fernglas beobachten

10.06. Bericht über die Vogelwanderung nachgeholt

Wegen einiger andere Dinge blieb der Bericht über die Vogelstimmenwanderung beinahe eine Woche lang liegen. Nun ist er online. Vom Datum her ein Stück weit unten einsortiert, am 04.06.

06.06. Landtagswahl 2021 – so wurde in Elbenau abgestimmt

Angesichts der Corona-Lage ware die Zahl der Briefwähler höher als bei vorangegangenen Wahlen: 85 statt sonst etwa 40 bis 45. Auf der Liste des Elbenauer Wahllokals standen also noch 350 der 435 Elbenauer Wahlberechtigten. Von diesen gaben 255 ihre Stimme ab. Das sind 72,8 %. Unter der Annahme, dass alle Briefwähler auch ihre Stimme abgegeben haben, wären es sogar 78,2 %. Das ist mehr als der Landes-Durchschnitt.
Gleich nachdem das Wahllokal 16 im Speiseraum der Elbenauer Waldschule seine Pforten schloß, begann die Arbeit der Stimmauszählung. Die Wahlzettel wurden zunächst nach Stimmengleichheit oder unterschiedlichen Erst- und Zweitstimmen sowie bei unterschiedlichen Stimmen nochmals jeweils einzeln für Erst- und Zweitstimme sortiert. Um 18:55 Uhr stand das Ergebnis fest, auch alle Prüfsummen waren dann richtig. Dann mußte nur noch das Ergebnis der Auszählung telefonisch an das Wahlbüro im Schönebecker Rathaus gemeldet werden.
In den beiden Diagrammen sehen Sie die Ergebnisse der Wahl, getrennt nach Erst- und Zweitstimme. In Klammern angegeben ist die Zahl der Stimmen für die jeweilige Partei.
Die Briefwähler werden zentral erfaßt und können deshalb hier nicht lokal berücksichtigt werden.

Erststimme
CDU, Dr. G. Schellenberger  Wahlergebnis 25,1% (61)
AfD, T. Rausch Wahlergebnis 21,0% (51)
Die Linke, E. v. Angern Wahlergebnis 15,6% (38)
SPD, P. Grimm-Benne Wahlergebnis 12,8% (31)
GRÜNE, R. Leubeling Wahlergebnis 5,8% (14)
FDP, H. Goldschmidt Wahlergebnis 17,7% (43)
Freie Wähler, M. Mittelstraß Wahlergebnis 1,6% (4)
die Basis, G. Schüler Wahlergebnis 0,4% (1)
ungültige Stimmen Wahlergebnis (12)
Zweitstimme
CDU Wahlergebnis 33,9% (85)
AfD Wahlergebnis 21,5% (54)
Die Linke Wahlergebnis 13,9% (35)
SPD Wahlergebnis 10,4% (26)
GRÜNE Wahlergebnis 4,0% (10)
FDP Wahlergebnis 4,8% (12)
Freie Wähler Wahlergebnis 1,2% (3)
NPD Wahlergebnis 0,4% (1)
Tierschutzpartei Wahlergebnis 3,6% (9)
Tierschutzallianz Wahlergebnis 1,6% (4)
Die PARTEI Wahlergebnis 0,3% (1)
Tierschutz hier! Wahlergebnis 1,3% (4)
die Basis Wahlergebnis 2,8% (7)
Gesundheitsförderung Wahlergebnis 0,4% (1)
Wir 2020 Wahlergebnis 1,3% (1)
ungültige Stimmen  Wahlergebnis  (4)

05.06. Feuerwehreinsatz: Gasaustritt

Heute vormittag sorgte in Elbenau ein Gasaustritt für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Stadtwerke gesorgt. Umfangreiche Straßensperrungen waren wegen der Explosionsgefahr notwendig. An einem Haus nahe der Elbenauer Feuerwehr hatte ein Bürger Schachtarbeiten durchgeführt und dabei die Gasleitung durchtrennt. Zur Sicherung und Hilfe wurden neben der Elbenauer Feuerwehr auch die Feuerwehren Bad Salzelmen und Tischlerstraße alarmiert. Nachdem die Stadtwerke das Gas abgestellt hatten konnte Entwarnung gegeben werden und der betroffene Straßenteil wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Dagegen war ein weiterer Einsatz nur Routine: Im Kreuzungsbereich Randauer Str./Elbenauer Str. hatte ein Fahrzeug etwas Öl verloren. Die Elbenauer Feuerwehr band das Öl mit Ölbinder und stumpfte die Fahrban ab.

04.06. Vogelstimmen-Wanderung: auf der Suche nach der Nachtigall

Zur Nachtigallenwanderung am Nachtigallenstieg war Dr. Paul Dörfler bereits Ende April eingeladen. Zu einer Zeit, da die Nachtigallen gerade wieder aus ihrem Winterquartier zurückkehren und kräftig singend um Partner werben. Damals musste die Wanderung wegen der Vorschriften gegen die Corona-Pandemie verschoben werden. Heute aber konnte sie nachgeholt werden und etwa 25 Vogelliebhaber und Naturfreunde, die meisten aus Schönebeck, aber auch aus Gommern und Magdeburg, kamen nach Elbenau zum Nachtigallenstieg.
Vogelstimmenwanderung
Auf dem Parkplatz des Friedwaldes Elbenau stellte Paul Dörfler gleich die erste, ganz grundsätzliche Frage "Wer hat schon mal die Nachtigall gehört?" und die gegenteilige Kontrollfrage "Wer kennt überhaupt nicht den Ruf der Nachtigall?". Bei der ersten Frage gingen einige Hände nach oben, bei der zweiten fast die Hälfte der Teilnehmer. Glücklicherweise trällerten auch Anfang Juni noch Nachtigallen, eine davon genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite, im dort weitläufigem, aber lockeren Gebüsch.
Vogelstimmenwanderung Vogelstimmenwanderung
Für die Vogelkenner ist der Gesang der Nachtigall so unverkennbar, dass es keiner Erklärungen bedurfte. Für die anderen machte es Paul Dörfler einfach. "Wenn die Nachtigall zu hören ist, hebe ich die Hand". Immer wieder ging seine Hand nach oben, die Nachtigall sang in unterschiedlichsten Tonfolgen. Es schien beinahe so, als würde Dörfler den Gesang des Vögleins dirigieren. "Das waren jetzt nur wenige der insgesamt etwa 250 verschiedenen Strophen, die die Nachtigall singt".
Vom Parkplatz aus ging es weiter, in den Elbenauer Friedwald hinein, bis zum Nachtigallenstieg.
Vogelstimmenwanderung
Dort war zu erfahren, wo die Nachtigall ihre Hauptwohnung hat – natürlich hier bei uns, denn die Heimat ist dort, wo man seinen Nachwuchs bekommt und aufzieht – und wo die Nebenwohnung liegt – in Afrika, wo die Nachtigall im Winter bis südlich der Sahara unterwegs ist. "Von dort aus kommen die Vögel immer wieder zurück", erklärte der Vogelexperte, "bis in unsere Gegend, wo es sehr viele Nachtigallen gibt, aber auch zum Beispiel nach Berlin, überhaupt überall in den Flusstälern und -auen von Elbe, Saale, Havel und Spree. Nur nach Bayern nicht". Wieso nicht in Bayern: "Nachtigallen sind wärmeliebend. Und in Bayern ist es ihnen die meiste Zeit einfach zu kalt". Die Wärme ist auch der Grund, weshalb es die Nachtigallen hierhin, tiefer im Wald, nicht so hinzieht. "Die Nachtigallen lieben die offenen Heckenlandschaften", erklärte Dörfler, "wo die Sonne noch hineinscheint und wo sie zugleich versteckt singen und brüten können". Gebrütet wird übrigens am Boden, im Schutz von dornigen Stellen, wo Katze oder Fuchs nicht hinkommen. Und in Berlin lieben die Nachtigallen die heckenbewachsenen Schotterdämme der S-Bahn. Und auch auf einen Punkt wies Dörfler hin, der mit uns und unserer Art zu leben zu tun hat: "Früher gab es die Nachtigallen mitten im Dorf. Die Menschen hatten im Mai anderes zu tun als Hecken zu schneiden, die Dörfer waren wilder, nicht so gepflegt und auch ohne Schottergärten".
Wenn auch die Nachtigallen mitten im Wald nicht sangen, so zwitscherte es doch auch hier überall. "Wer singt denn da", fragte Dörfler. Und einige richtige Antworten kamen gleich: Buchfink (der häufigste Vogel im Wald, wie Paul Dörfler erklärte), das Rotkehlchen, der Zaunkönig, der Zilpzalp.
Vogelstimmenwanderung Vogelstimmenwanderung
Immer wieder hielt Dörfler an, meist da, wo er an erhöhter Stelle, von einer Bank aus gut hörbar reden konnte. Und wer Dörfler kennt, der weiß: reden kann er, über die Vögel und Tiere ebenso wie über die Menschen. Eine Wanderung mit ihm ist immer interessant und kann nicht lang genug sein. Gelegenheit für Fragen war auch. So zum Beispiel eine nach dem Rückgang der Vogelpopulation: Stimmt es, dass die Zahl der Vögel so stark zurückgegangen ist? Dörflers Fazit fällt bedrückend aus: "In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der Feld- und Wiesenvögel um 50 Prozent zurückgegangen". Der Grund liegt auf der Hand: "Die Landwirte pflügen immer weiter an die Ränder heran, jede nutzbare Fläche wird auch genutzt, es fehlen die Hecken, die blühenden Seitenstreifen, die Wildkräuter. Die Landwirte spritzen Herbizide, Insektizide und Fungizide, dadurch wird alles vernichtet, was den Vögeln als Nahrung dient: Wildkräuter, Insekten und Pilze (von welchen wiederum Insekten leben)".
Vogelstimmenwanderung Vogelstimmenwanderung
Am Ende der Wanderung wurde es künstlerisch und literarisch. Dörfler trug zusammen, welche Künstler Nachtigallen in ihren Texten erwähnten und verarbeiteten. Am bekanntesten wohl Shakespeare, der Julia zu Romeo sagen lässt, "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, / Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang." (um ihm "ach bleib doch noch" zu sagen). Aber auch Theodor Storm erwähnte die Nachtigall in einem Gedicht, und der Berliner sagt "Nachtigall, ick hör Dir trapsen", wenn er eine Vorahnung hat. Noch mehr Nachtigallen gibt es in der Musik, Wikipedia listet einen langen Absatz von Werken auf, die mit der Nachtigall zu tun haben.
Zurück am Parkplatz hatte Paul Dörfler noch einige Bücher dabei, die er für die Teilnehmer signierte.

Wer die Vogelwanderung verpasst hat, für den gibt es die nächste Gelegenheit im Juli. Dann wird Paul Dörfler beim Elbe-Saale-Camp in Barby am 25. Juli zu einem Elbauen-Spaziergang unterwegs sein und am 27. Juli in der Augustusgabe Barby ein neues, dann gerade erst erschienenes Buch "Aufs Land" vorstellen.

04.06. Wetterrückblick Mai: Eisheilige waren Regenheilige

Regentropfen auf Blättern
Niederschlag:
Summe:54 mm
Maxima:
14,6 mm/d am 12.05.
5,2 mm/h am 07.05.
Niederschlagstage: 17 Tage

Temperatur:
max. + 28,8 °C am 10.05.
min. + 2,4 °C am 07.05.
Mittelwert + 12,9 °C

Vor allem in der ersten Monatshälfte gab es viel Niederschlag. Die Eisheiligen waren in diesem Jahre Regenheilige: vom 11. bis zum 14. Mai gab es Regen statt Frost. Und ausgerecht zu Christi Himmelfahrt regnete es den ganzen Tag, die Herrentagsausflüge fielen vielfach ins Wasser, nur die hartgesottenen Herren waren unterwegs. Auch Pfingsten als zweites großes Fest war zum Teil verregnet.

Dabei hatte der Mai auch immer wieder seine sonnigen Tage, etwa als es am 10. Mai sommerlich warm wurde, und auch zwischen den Regenzeiten. Aber insgesamt war der Mai im Vergleich zu den Vorjahren viel kühler und feuchter. Das hatte auch seinen Vorteil: bis Ende des Monats hielt die Grundwasserneubildung an. Vor allem die Landwirte und die Gärtner werden sich über die mehr als 50 Liter gefreut haben, die bisher pro Quadratmeter vom Himmel herunterkamen. Denn eine Bauernregel für den Mai lautet: "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass".

31.05. Einladung zur Nachtigallenwanderung am Nachtigallenstieg

Vogelwanderung
Wenn es zwischen Elbenau und Grünewalde den Nachtigallenstieg gibt – was liegt da näher als auf einer Nachtigallenwanderung dem Gesang der Vögel zu lauschen? Der Bürger- und Kulturverein Elbenau hatte dazu bereits vor 6 Wochen den Vogelexperten Ernst Paul Dörfler zu einer geführten Vogelstimmenwanderung eingeladen. Wir freuen uns, dass wir die damals abgesagte Veranstaltung jetzt so kurzfristig nachholen zu können:
Freitag, den 04. Juni um 18 Uhr
Treffpunkt: an der Waldschule Elbenau
Die Nachtigallen sind im Wald immer noch zu hören, ebenso wie andere Singvögel. Dörfler erklärte dazu: "Im zeitigen Frühjahr singen die Nachtigallen, wenn sie auf Partnersuche sind – und jetzt, weil sie Gesangsunterricht geben".
Dass Ernst Paul Dörfler zu einer solchen Wanderung hier war, liegt schon knapp 10 Jahre zurück (2011 in der Elbenauer Schweiz und 2012 in Grünewalde auf den Elbwiesen). Dörfler versteht es, in einer sehr verständlichen, freundlichen und liebenswürdig-lustigen Art über das Leben der Vögel und die Zusammenhänge der Natur zu informieren. Dies hat er auch in vielen Büchern getan, zuletzt in "Nestwärme". Im Anschluss an die Wanderung gibt es die Möglichkeit, vom Autor persönlich signierte Bücher zu erwerben. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Spende zur Deckung der Kosten des Autors kann aber gern gegeben werden.

03.06. Stimmprobe

Heute früh um sechs habe ich mal live nachgeschaut (oder besser: nachgehört), ob nichts falsches versprochen wird und die Nachtigallen wirklich noch da sind. Ja sind sie (linkes Video). Und ein Stückchen weiter gab es einen Pirol zu hören (rechtes Video, bei etwa 0:10).

29.05. Aktuelles zur Glasfaser

Glasfaser in Elbenau
Der Schaltkasten des Barleber Kommunikationsanbieters MDDSL ragt halb aus dem hohen Gras am Gehweg der Elbenauer Straße heraus. "Hier liegt die Glasfaser für Ihre Siedlung" steht darauf (aktuell sieht es mehr nach Grasfaser aus). Über die Möglichkeit des Glasfaseranschlusses bis ins Haus hinein, mit Downloadraten bis 450 Mbit/s, wurde an dieser Stelle bereits berichtet und MDDSL führte auch bereits zweimal Werbeaktionen für ihren Glasfaseranschluss durch. Allerdings sorgt die Informationsstrategie des Glasfaseranbieters für Befremden – jedenfalls bei denen, die vom schnellen Internet nicht profitieren können. Denn geworben wurde nicht in ganz Elbenau, sondern nur in einem Teil des Dorfes. Christian Daul ist bei MDDSL für den Vertrieb zuständig. Er erklärte, dass das Unternehmen nach aktuellem Stand erst einmal in einem westlichen Teil des Dorfes mit dem Glasfaserausbau beginnen will. Jedoch weiß er auch, dass in den bisher nicht berücksichtigten Teilen des Dorfes (zum Beispiel Alt Elbenau und Liesekuhle) ebenfalls das Interesse besteht. "Es hat sich inzwischen viel getan", erklärte er, "es gibt auch aus diesen Straßen Anmeldungen und ich halte es für nicht unrealistisch, dass Elbenau doch noch insgesamt Glasfaseranschluss erhalten kann". Es fehlen nach seiner Auskunft immer noch einige potentielle Glasfaserkunden zwischen dem beabsichtigten Ausbaugebiet und weiteren Interessenten östlich davon.
Verträge für Glasfaser in Elbenau
Warum das Unternehmen solch eine seltsame Werbestrategie fährt, also einerseits an neuen Kunden interessiert zu sein scheint und andererseits nicht dafür wirbt und auch keine Zusagen für einen umfassenderen Ausbau macht, konnte er auch nicht erklären. Er warb nochmal dafür, auch aus den nicht berücksichtigten Straßen das Interesse zu bekunden und entweder per E-Mail an vertrieb@mddsl.eu oder unter mitkomm.net (dort oben rechts die Postleitzahl eingeben, auf Suche klicken, Elbenau und die Straße auswählen) seine Daten einzutragen. "Das kommt auf jeden Fall auch auf den Tisch der Geschäftsleitung", versichert er. Und vielleicht fällt dann doch die Entscheidung zu einem Komplett-Ausbau. Indessen haben die bisherigen Interessenten per E-Mail eine Erinnerung bekommen, bis zum 31.05. den unterschriebenen Anschlussvertrag und die Einverständniserklärung zur Nutzung des Grundstückes zurückzusenden. Nach wie vor ist beim übersandten Anschlussvertrag nicht MDDSL, sondern ein Unternehmen "LTU Systeme GmbH & Co KG" eingetragen. Eine Vertriebsmitarbeiterin von MDDSL versichert am Telefon, das habe seine Ordnung. Nach ihrer Auskunft ist LTU die Mutterfirma von MDDSL und wird die eigentlichen Bauarbeiten durchführen. Trotz dieser unklaren Lage, wer nun Vertragspartner ist, muss diesen Vertrag unterschreiben, wer einen Glasfaseranschluss haben möchte. Rechtlich ist man als Kunde insofern auf der sicheren Seite, als dass der Vertrag nicht die vorgeschriebenen Verbraucherschutzinformationen enthält.

Wo bleibt die Gigabitförderung des Bundes?

Unterdessen berichtete gestern die Volksstimme darüber, dass auch die Stadtwerke Schönebeck Glasfaseranschlüsse anbieten werden. Dies allerdings – so wie auch MDDSL – "eigenwirtschaftlich", d.h. ohne den Einsatz von Fördergeldern. Und diese Fördergelder sind durchaus lukrativ: 50 Prozent der Kosten, bei finanzschwachen Kommunen auch mehr, werden gefördert. Bedingung der Förderung wäre, dass "alle Teilnehmer der Gemeinde oder des Ortsteile dieser Gemeinde angeschlossen werden, auch wenn es sich um Gebäude in schwer erschließbaren Einzellagen handelt", wie es in der Förderrichtlinie formuliert ist. Das "schwer erschließbar" ist mit "weiter als 400 m weg vom letzten Anschluss" definiert. Das würde für einen geförderten Ausbau bedeuten, dass in Elbenau alle Grundstücke umfasst wären. Wenn aber auch die Stadtwerke eigenwirtschaftlich handeln, dann besteht keine Hoffnung, dass diese den verbleibenden Rest von Elbenau anschließen werden. Denn genau wie MDDSL werden sich auch die Stadtwerke die Rosinen aus dem Kuchen picken und nur die leicht erreichbaren Grundstücke anschließen. Und erst recht nicht die in den Dörfern. Ranies war eine Ausnahme, weil dort mit Mitteln der Hochwasserförderung die Straßen erneuert wurden und die Stadtwerke mit ihrem Partner MDCC dort nahezu kostenlos die Glasfaserkabel verlegen konnten. Die beiden Elbenauer Stadträte Holger Goldschmidt und Thoralf Winkler sind grad dabei zu erkunden, ob und wie sie die Stadtverwaltung dazu verpflichten können, zumindest für die dörflichen Stadtteile Schönebecks noch einen Förderantrag zu stellen.
Parallel dazu sollte aber erst einmal der Anschluss bei MDDSL beantragt werden – vielleicht entschließt sich die Geschäftsleitung doch noch zu einem kompletten Glasfaserausbau des Dorfes. Starten sollen die Arbeiten nach Auskunft von MDDSL im 4. Quartal 2021.

14.05. Schlauchwagen nun offiziell im Besitz der Elbenauer Feuerwehr

von Andre Schneider
Ronald Mühlsiegel am Schlauchwagen
"Für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Schönebeck zur Erfüllung der gestellten Pflichtaufgaben im Rahmen des abwehrenden Brandschutzes und der Hilfeleistung." So wenig aussagend wird der Zuwendungszweck einer Spende über wichtige 11.000 Euro im Rats- und Bürgerinformationssystem der Elbestadt erläutert. Doch hinter dem Amtsdeutsch steckt ein besonderes Fahrzeug, das aus der Stadtteilfeuerwehr Elbenau nicht mehr wegzudenken ist. Seit 20 Jahren gehört der Schlauchwagen (SW 2000) zur hiesigen Freiwillige Feuerwehr dazu. "Das Fahrzeug SW 2000 übergibt der Bund der Stadt", erläutert Stadtwehrleiter Daniel Schürmann. "Es steht seit über 20 Jahren in Elbenau." Also eine sogenannte Dauerleihgabe. Warum es nun an die Stadt übergehen soll, hat quasi einen buchhalterischen Grund. Das Fahrzeug ist abgeschrieben und soll in das Vermögen der Stadt übergehen. "Wir haben ermittelt, wie viel die Einsatzgegenstände noch wert sind und sind auf den Betrag gekommen", erläutert Elbenaus Wehrleiter Ronald Mühlsiegel, während er das rote Schmuckstück präsentiert. Zwar mussten die Fachleute aus dem ostelbischen Stadtteil gemeinsam mit der Stadt und Stadtwehrleitung gebrauchte Gegenstände bewerten, aber die Wiederbeschaffungswert hätte es in sich.

"Abschreiben" wollen die etwa 20 aktiven Kameraden in Elbenau ihren SW 2000 aber noch lange nicht – im Gegenteil! Das Auto verbirgt im Inneren eine ganz schön beachtliche Weg- oder besser gesagt, Schlauchstrecke. Mehr als zwei Kilometer Schlauch verbergen sich auf der Ladefläche des Feuerwehrautos. So eine lange Schlauchanlage hat kein weiteres Fahrzeug in Schönebeck. Die Elbenauer sind, so sagt Mühlsiegel, auf die Überbrückung langer Lösch-Strecken spezialisiert. "Das soll auch so bleiben", erklärt der Stadtteilwehrleiter. Der Hauptbrandmeister begleitet das Fahrzeug, seitdem es 1998 den Weg nach Elbenau fand.

Schläuche auf Schlauchwagen

Den ersten größeren Einsatz des damals noch neuen Unimogs gab es im Frühjahr 1998 in Barby. Damals, so erinnert sich Mühlsiegel, wurde die Stadtteilwehr zu einem Einsatz nach Barby alarmiert. In den Morgenstunden des 23. Mai 1998 wurde von einem heimkehrenden Diskobesucher der Brand im Gelände des ehemaligen Maisanwerkes bemerkt. Er informierte über die damalige Kreiseinsatzstelle Schönebeck. Dort wurde zunächst der Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Barby ausgelöst. Die anrückenden Kräfte stellten wiederum fest, dass es sich um einen riesigen Haufen aus geschredderten Holz handelte. Zu viel für die Feuerwehr Barby alleine im Einsatz. Die erste große Stunde des SW 2000 der Feuerwehr Elbenau hatte geschlagen. "Wir haben vom alten Hafen in Barby Wasser bis an die Maisan gepumpt", erinnert sich Mühlsiegel. Ein Übergreifen auf umliegende Gebäude konnte auch dank des Einsatzes der Elbenauer verhindert werden. Seither hat der SW 2000 so manche großen Einsätze mitgemacht.

Im Salzlandkreis verfügen nur wenige Wehren über Fahrzeuge mit derart viel Schlaucheinsatz, wie in die Elbenauer vorweisen können. Andere Standorte liegen, so verrät es der Elbenauer Wehrleiter, in Staßfurt und Bernburg. Wald als wichtiger Standortfaktor. Der Standort ist daher umso wichtiger – gerade im Hinblick auf die vielen Waldgebiete in Schönebecks ostelbischen Gebieten. Wenn im Wald einmal ein Feuer ausbricht, kann es häufig vorkommen, dass Feuerwehren große Strecken zurücklegen müssen, ehe sie auf öffentliche Wasserversorgungsmöglichkeiten oder Gewässer zugreifen können. Da braucht es lange Schlauchstrecken und gute Pumpanlagen. Und somit hat Fahrzeug in Elbenau auch weiterhin noch eine gute Zukunft. "Sechs bis acht Jahre kann es noch problemlos laufen", meint der Stadtteilwehrleiter, der sein Amt bereits seit Ende der 80er ausübt und auch bei der Stadtverwaltung im Sachgebiet Brand- und Zivilschutz mit seiner Expertise hauptberuflich mit Rat und Tat zur Seite steht.

Das Auto ist noch gut in Schuss. Schließlich standen an dem Gefährt bisher noch keine größeren Wartungsarbeiten an. Die Bauart des Fahrzeugtypen sei durchaus solide und bei vielen Sammlern begehrt. Einige Ausbesserungs- und Verschönerungsarbeiten stehen in nächster Zeit an, die aber allesamt routinemäßig sind. Ronald Mühlsiegel könnte noch so einige Geschichten erzählen. Er gerät manchmal regelrecht ins Schwärmen. Dann zum Beispiel, wenn er über die Hochwassereinsätze auf dem Deich spricht. Das Fahrzeug verfügt nämlich nicht nur über ordentlich Schlauch, sondern auch über praktischen, geländegängigen Allradantrieb. Auf überfluteten Wegen fahren – kein Problem. Eine vollends wertvolle Spende eben …

12.05. Kein Herrentagsstopp am Elbenauer Bistro

Himmelfahrt in Elbenau
Das Elbenauer Bistro war seit Jahrzehnten für viele Herrentagsausflügler die erste Station auf ihrem Weg von Schönebeck aus in Richtung des Naherholungsgebietes. Hier gab es Bier und Bratwurst und viele nette und fröhliche Gespräche von Mann zu Mann. In diesem Jahr ist das nicht möglich. Das hat nichts direkt mit Corona-Vorschriften zu tun (denn wenigstens ein Außer-Haus-Verkauf wäre erlaubt und wird auch anderenorts gemacht), wohl aber mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage für die Gastronomie.
Eigentlich hatte ich am vergangenen Wochenende dem Elbenauer Gastwirt nur kurz die Frage über den Gartenzaun zugerufen, ob und wann er denn am Himmelfahrtstag Bier und Bratwurst verkaufen werde. Doch Patric Irmer winkte ab: "Wegen der langen Schließzeit haben wir am 30. April unser Gewerbe abgemeldet".
Für Jennifer und Patrick Irmer kam die Zeit mit langen Corona-bedingten Schließungen nur anderthalb Jahre nachdem sie das Bistro übernahmen. "Dafür reichten die Rücklagen nicht aus", sagten sie. (Mehr dazu in einem späteren Beitrag).

Eiscafé Ebeling lädt Himmelfahrt zum Eisessen ein – außer Haus

Für die traditionellen Herrentagsausflügler wird es also etwas trocken werden, wenn sie auf Bier und Bratwurst verzichten müssen. Für die Familienausflüge bleibt Elbenau dennoch ein lohnenswertes Ausflugsziel. Denn in Ebelings Eiscafé gibt es Himmelfahrt ab 12 Uhr Eis und Kaffe außer Haus. Verzehrt werden kann das dann im Elbenauer Park, auf dem Anger oder auf dem Spielplatz. Aber vielleicht fallen die Himmelfahrtsausflüge in diesem Jahr auch sprichwörtlich ins Wasser: für morgen ist Dauerregen bei windigem Wetter und nur 12 Grad vorausgesagt. Die echten Eis-Freunde wird das nicht abschrecken.

11.05. Wildkatzen kommen bis an die Alte Elbe

Am Wochenende wurde am Rand der Kastanienallee Richtung Plötzky kurz vor dem Haberlanddamm eine tote Katze entdeckt, offensichtlich ein Opfer des Straßenverkehrs. Fellfarbe und -zeichnung schienen schon auf den ersten Blick anders zu sein als bei Hauskatzen. Eine Google-Suche führte zu einer interessanten Broschüre des Landesamtes für Umwelt Sachsen-Anhalt (LAU) über Wildkatzen und darin dann zu den Kontaktdaten von Malte Götz vom Naturschutzbüro BRUMBACHWILD in Sangerhausen, der für Sachsen-Anhalt das Wildkatzen-Monitoring durchführt. Gemeinsam mit ihm arbeitet Saskia Jerosch an der Erforschung der Wildkatzen. Am Montag kam sie nach Elbenau, um die Wildkatze für eine spätere Untersuchung zu bergen.

Erste Sichtung schon 2019

Bereits 2019 hatte die Schönebecker Volksstimme über einen Jäger aus Elbenau berichtet, der in einer Waschbär-Lebendfalle eine Wildkatze gefangen und sie wieder freigelassen hatte. Auch soll auf der Kapstraße nach Ranies eine Wildkatze überfahren worden sein. Ein Foto davon gab es damals aber nicht, jedoch wurde im Jahr 2019 auch auf einer Wildtierkamera nahe Elbenau eine Wildkatze in einem Video aufgenommen. Nun also gab es einen leibhaftigen, wenn auch toten Nachweis der Existenz einer felis silvestris, wie die Wildkatze lateinisch heißt, in unserer Gegend. In der Broschüre des LAU aus dem Jahr 2013 war die Verbreitung vom Harz aus bis zum Hakel dokumentiert. Malte Götz berichtet am Telefon davon, dass das Verbreitungsgebiet inzwischen bis an die Elbe reiche, sogar darüber hinaus. "Sogar bis Altengrabow sind sie gewandert", sagte er und "in Aken und in der Colbitz-Letzlinger-Heide haben wir im Rahmen einer Studie der Deutschen Wildtier Stiftung Tiere eingefangen und mit Sendern ausgestattet". Dabei verweist er auf die Wildkatzen-Webseite der Wildtier-Stiftung.
In einer aktuellen Studie stellt Götz fest, dass den Auengebieten an der Elbe eine Ausbreitungsfunktion zukommt, also die Waldgebiete des Biosphärenreservates Mittelelbe das Wandern der Wildkatzen begünstigen, ihnen geschützten Lebensraum bieten. In unserer Region gab es aber bisher eine Wissens-Lücke. Diese wurde nun geschlossen – leider lebt das Tier nicht mehr.
"Für die einzelne Katze ist das natürlich traurig", sagte Saskia Jerosch, "und der Straßenverkehr ist eine der häufigen Todesursachen für Wildkatzen". Immerhin haben sie kaum natürliche Feinde, wenn sie erst einmal ausgewachsen sind. "Aus den toten Tieren gewinnen wir aber sehr viele Erkenntnisse", erklärte sie, "Totfunde sind für uns eine wertvolle Datenquelle". So wie für Menschen gibt es auch für Katzen eine Sektion, eine pathologische Untersuchung. "Das Alter wird bestimmt, ob sie schon geschlechtsreif war, bei weiblichen Tieren ob sie bereits Junge hatten, ob sie an Krankheiten litten, der Magen wird geöffnet und wir können darin sehen, wovon sie sich zuletzt ernährten. Mit genetischen Untersuchungen können wir die Abstammung klären und damit auch Ausbreitungsrouten erkennen."

Merkmale einer Wildkatze

Woran erkennt man die Wildkatze, worin unterscheidet sie sich von der Hauskatze, frage ich die Expertin. "Zunächst an der Fellfarbe, an diesem typischen fahlen braun", erklärt sie, "und an der schwachen Zeichnung. Hauskatzen dieser Farbvariante sind oft viel stärker getigert". Ein weiteres Merkmal ist der deutlich erkennbare sogenannte Aalstrich auf dem Rücken, ein dünner schwarzer Streifen. "Anders als bei Hauskatzen hört dieser Aalstrich am Schwanzansatz auf, geht nicht auf den Schwanz über. Und der Schwanz, der ist bei Wildkatzen dicker und deutlich geringelt". Und dann gibt es auch Hybride, also Mischungen aus Wild- und Hauskatze. "Vor allem Kater paaren sich auch mit Hauskatzen, wenn keine Wildkatze verfügbar ist".
Kann man Wildkatzen eigentlich auch in der Natur sehen? Die sind doch sicher durch ihre Farbe gut getarnt? "Ja, das stimmt. Allerdings wenn sie auf frisch gemähten Wiesen oder Feldern auf Mäusejagd gehen, dann kann man sie auch beobachten". Und wie groß ist so ein Katzenrevier, frage ich noch. "Weibliche Wildkatzen haben Reviere zwischen 200 und 400 Hektar", antwortet Saskia Jerosch, "männliche sogar bis 1000 Hektar". Da musste ich erst rechnen. 400 Hektar ist ein Quadrat von 2 Kilometer, 1000 Hektor von gut 3 Kilometer Kantenlänge. Also ein großes Stück weiter als die wenigen Elbenauer Dorfkater zurücklegen, ganz zu schweigen von den Hauskatzen, die sich kaum von ihrem Hof wegbewegen, wo sie zweimal täglich gefüttert werden.
Wie geht das nun weiter mit der Katze? "Bis zur Untersuchung wird sie erst mal eingefroren". Bevor Saskia Jerosch zurück in den Südharz fährt, die schon nach Verwesung riechende tote Katze dicht verpackt, bittet sie darum, auch weitere Funde von Wildkatzen zu melden. Am einfachsten telefonisch 034775/81918 und 0170/2065749 oder per E-Mail: maltegoetz@gmx.de Per E-Mail kann man auch Fotos senden, am besten von der Seite und vom Rücken des Tieres. Einen weiteren Hinweis gab Malte Götz: "Man darf tote Wildtiere nicht einfach mitnehmen, das wäre Wilderei. Aber es wäre gut, das Tier etwas weiter an den Straßenrand zu ziehen und nach telefonischer Abstimmung könnte es in einen Plastiksack gesteckt werden, um es z.B. vor Füchsen zu schützen".
tote Wildkatze tote Wildkatze

04.05. Wetterrückblick April: Aprilwetter – wie zu erwarten

Regenwolke über Elbenau
Niederschlag:
Summe: 19 mm
Maxima:
5,6 mm/d am 11.04.
1,7 mm/h am 11.04.
Niederschlagstage: 12 Tage

Temperatur:
max. + 19,3 °C am 01.04.
min. - 1,5 °C am 06.04.
Mittelwert + 7,3 °C
Frosttage: 4

Der April erfüllte alle Vorurteile über Wetterwendigkeit: sonnige Tage, bei klarem Himmel auch mit Nachtfrost gab es ebenso wie nasse Kälte mit Regen- und Graupelschauern. Ostern war eher kühl und vor allem in der Monatsmitte herrschte typisches Aprilwetter. Auch wenn es an 12 Tage regnete, gab es nennenswerte Niederschläge nur in der Monatsmitte.

24.04. Unterwegs an der Alten Elbe – Revitalisierung des Gewässers im Blick

Andre Schneider berichtete heute in der Schönebecker Volksstimme über das wild-romantische Gebiet an der Alten Elbe bei Elbenau. Hintergrund unserer gemeinsamen Tour entlang des ehemaligen Flusslaufs waren die Pläne des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem über 150 Jahre verlandeten Flusslauf etwas von seiner früheren Vielfalt zurückzugeben.
An der Alten Elbe
Man braucht nur hinter Elbenau in Richtung Magdeburg an den Kleingärten in einen Waldweg einzubiegen, schon ist man im Gebiet der Elbenauer Schweiz. Jedoch kennen nur noch wenige die früheren Wanderwege, auf denen schon zu Kaisers Zeiten Schönebecker Arbeiter sonntags "ins Grüne" wanderten, unterwegs zu heute längst geschlossenen Ausflugsgaststätten. Es nur ein halbes Menschenalter her, da floss noch Wasser hier entlang. Blickt man heute auf das ehemalige Flussbett (Foto: Andre Schneider), so fallen vor allem die darin stehenden Erlen auf, die wie Mangroven wirken. In der Tat sind diese Bäume daran gewöhnt, auf sumpfigem Gebiet zu wachsen. Wegen der zurückgehenden Wasserstände der Elbe – die Elbe tieft sich allmählich in den Untergrund ein, dadurch geht das Grundwasser zurück, außerdem fehlt Niederschlagswasser im Oberlauf – verlanden auch die Seitenarme des Flusses. Umsomehr als dass dieser Altarm seit etwa 1870 durch den Umflutdeich vom Wasserzufluss abgeschnitten ist. So sagt auch Ralf Meyer vom BUND-Landesverband Sachsen-Anhalt „Es ist fünf vor zwölf“ über die Situation des Wassers an der Dornburger Alten Elbe. So ist der offizielle Name des Gewässers, dass unterhalb von Dornburg von der Stromelbe abzweigt. Mayer ist Projektleiter für eine erste Revitalisierungsmaßnahme an dem Altwasser. Konkret geht es darum, die Lebensräume für die Rotbauchunke, die Grüne Mosaikjungfer (eine Libellenart) sowie streng geschützte Vogelarten wie Kranich und Blaukehlchen am Altarm zu erhalten. Dafür sollen drei Abschnitte im Bereich des „Haberlanddammes“, direkt unterhalb des Umflutkanals zum Teil auf Schönebecker Gebiet, umfangreich entschlammt werden. Ferner sollen dort die Röhrichtflächen um etwa die Hälfte verringert werden. Die Entschlammungsarbeiten sollen im Herbst 2021 beginnen. Das Naturschutzprojekt hat ein Volumen von rund 740 000 Euro. 555 000 Euro davon kommen aus europäischen Fördermitteln.
Bevor der Schlamm ausgebaggert wird, müssen letzte Genehmigungen eingeholt und Schutzzeiten abgepasst werden. „Die Entschlammung selbst dauert nicht lange“, sagt Christian Kunz, Landesgeschäftsführer beim BUND Sachsen-Anhalt. Nur muss sie irgendwann tatsächlich mal angepackt werden – davon gesprochen wird schon seit Jahren. Immerhin haben sich die Anrainerstädte Magdeburg und Schönebeck dazu bekannt, das Projekt zu unterstützen.
Ausführlich ist das alles im oben verlinkten Artikel der Schönebecker Volksstimme nachzulesen.
Verlandete Alte Elbe
Zur Zeit der Wanderung war alles noch winterlich grau. Wartet man aber nur einige Wochen, so wird der Wald grün, die Gegend noch ein Stück romantischer. Dieses Foto stammt aus dem August 2013, als nach dem großen Hochwasser genügend Wasser in die Alte Elbe hinein gesickert war. Denn auch dafür ist die Alte Elbe gut: das Dräng- und Sickerwasser aufzunehmen, das durch die Deiche sickert und vom Elbenauer Landgraben in die Alte Elbe geleitet wird.
Es war schön zu erfahren, dass in Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten am Gewässer auch ein Naturlehrpfad entstehen soll, der neben der Alten Elbe her verlaufen wird. Nicht nur das Gewässer ist verlandet - auch die Wege wachsen allmählich zu. Da kommen solche Maßnahmen gerade recht, auch die Wege zu erhalten und neu zu beleben.

23.04. Saatvorbereitung im Wald

Trecker mit Bodenfräse Trecker mit Bodenfräse
Nach den Baumfällarbeiten im Nachtigallenstieg blieb noch einiges an Unterholz stehen. Nicht für lange, wie sich jetzt zeigte: Anfang der Woche räumte ein Traktor mit einer gewaltigen Bodenfräse und der Kraft von 350 Pferden die 80 Meter breite Fläche zwischen Radweg und Waldweg auf. Was zurückblieb, sieht nicht mehr nach grünem Wald aus, sondern nach Acker. "Das dient der Saatvorbereitung", erklärte eine Forstexpertin. "Die Maschine hinterlässt einen gut gemulchten Boden. Und dann kommt eine Saatmaschine, die alle 30 Zentimer eine Eichel in den Boden steckt. So ähnlich wie beim Getreidesähen in der Landwirtschaft. Das passiert üblicherweise nicht mehr von Hand. Und so eine Masschine braucht eben auch Platz". Dass wenigstens einige Bäume stehen blieben, liegt an deren Schutzfunktion. "Je nach Baumart ist es besser, wenn einige große Exemplare für ein besseres Klima sorgen, zum Beispiel vor Frost schützen".

18.04. Elbenauer Glocke läutet zum Gedenken an Corona-Opfer

Zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie läuteten heute nachmittag um 15 Uhr die Kirchenglocken in ganz Deutschland für 10 Minuten. Auch die Elbenauer Kirche beteiligte sich an dieser Aktion. Eine Zeit zum Innehalten und Gedenken.

18.04. Nachtigallenwanderung wird verschoben

Die Corona-Verordnung wurde am Freitag Nachmittag bis zum 9. Mai verlängert, sie lässt nach wie vor keine Veranstaltungen zu. Auch wenn an frischer Luft ein viel geringeres Risiko besteht, gibt es keine Unterscheidung nach Art der Veranstaltung bzw. keine separate Regelung für Außen-Veranstaltungen. Deshalb wird die Nachtigallenwanderung verschoben, voraussichtlich auf Mitte Mai. Ein neuer Termin wird hier auf der Webseite zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

11.04. Einladung zur Nachtigallenwanderung am Nachtigallenstieg

Vogelwanderung
Wenn es hier schon den Nachtigallenstieg zwischen Elbenau und Grünewalde gibt – was liegt da näher als auf einer Nachtigallenwanderung dem Gesang der Vögel zu lauschen? Der Bürger- und Kulturverein Elbenau hat dazu den Vogelexperten Ernst Paul Dörfler zu einer geführten Vogelstimmenwanderung eingeladen:
Freitag, den 23. April um 18 Uhr
Treffpunkt: an der Waldschule Elbenau
Werden dann auch Nachtigallen zu hören sein? Dazu sagte Dörfler: "Die ersten Nachtigallen kommen Anfang April zurück nach Deutschland, das ist aber Süddeutschland. In unserer Gegend erwarte ich sie für den 20. April zurück. Dann können wir sie hoffentlich hören, wenn sie mit ihrem Gesang auf Partnersuche gehen". Nach kurzem Nachdenken fügt er hinzu, "wir brauchen aber Glück mit dem Wetter – wenn es regnerisch und windig ist, halten sie die Klappe". Aber es gibt ja im Wald noch so viele andere Singvögel, so dass es auf jeden Fall etwas zu hören geben wird.
Dass Dörfler zu einer solchen Wanderung hier war, liegt schon knapp 10 Jahre zurück (2011 in der Elbenauer Schweiz und 2012 in Grünewalde auf den Elbwiesen). Ernst Paul Dörfler versteht es, in einer sehr verständlichen, freundlichen und liebenswürdig-lustigen Art über das Leben der Vögel und die Zusammenhänge der Natur zu informieren. Dies hat er auch in vielen Büchern getan, zuletzt in "Nestwärme". Im Anschluss an die Wanderung gibt es die Möglichkeit, vom Autor persönlich signierte Bücher zu erwerben.
Wegen der Corona-Pandemie müssen bei der Wanderung die dann geltenden Bestimmungen für Abstände bzw. die Maskenpflicht bei Unterschreitung von 1,5 m Abstand eingehalten werden. Für Luftaustausch und saubere Luft sorgt die Natur.

03.04. Einladung zur Osterandacht

Die Kirchgemeinde lädt am Ostermontag zur Osterandacht in die Elbenauer Kirche ein.
Ostermontag, 05.04. um 16:00 Uhr. Andacht: Pfarrer Johannes Beyer. Die Andacht findet unter Einhaltung des vorgegebenen Sicherheits- und Hygienekonzepts statt: Maskenpflicht und Einhaltung der notwendigen Abstände (mit gekennzeichneten Sitzplätzen). Die Kirche ist geheizt.

02.04. Aprilscherz? Ein bisschen jedenfalls.

Der Wanderweg an der Alten Elbe
Einige werden es vielleicht gemerkt haben: der Beitrag zum Alte-Elbe-Radweg war ein Aprilscherz. Jedenfalls was den Namen "Alte-Elbe-Radweg" und die Aussagen des Tourismusverbandes zur Förderung der kleinen Nebenwege betrifft. Auch wenn das eine schöne und wichtige Sache wäre.
Was aber stimmt ist, dass der Weg Richtung "Biberkopf" und weiter nach Calenberge immer noch genutzt wird, dass es immer noch Leute gibt, die dort spazieren gehen – und damit auch verhindern, dass der Weg zuwächst. Vor ein paar Jahren war der Weg sogar schon durch nach Forstarbeiten abgelagerte Holzreste unpassierbar gemacht worden, das konnte zum Glück wieder rückgängig gemacht werden. Und immer wieder merkt man, dass es Leute gibt, die den Weg von heruntergefallenen Ästen oder umgestürzten Bäumen befreien. Ein herzliches Dankeschön an die unbekannten Helfer.
Was tatsächlich noch fehlt, ist die Ausschilderung des Weges. Aber das kann ja noch werden. Mal sehen.

02.04. Wetterrückblick März: Frühling pur

Niederschlag:
Summe:17 mm
Maxima:
3,6 mm/d am 12.03.
1,7 mm/h am 12.03.
Niederschlagstage: 14 Tage

Temperatur:
max. + 21,7 °C am 31.03.
min. - 2,5 °C am 20.03.
Mittelwert + 5,8 °C
Frosttage: 8

Der März zeigte sich schon von Beginn an als Frühlingsmonat. Die sonnigen und heiteren Tage überwogen. Allerdings gab es bis zum Frühlingsanfang noch einige Tage mit leichtem Nachtfrost. Ab dem 20. März stiegen die Temperaturen, zum Ende des Monats schon auf über 20 Grad.

Obwohl es an 14 Tagen regnete, war der März war ein sehr trockener Monat. Der Schwerpunkt der Niederschläge lag in der Monatsmitte. Das Sturmtief in der Monatsmitte blieb ohne nennenswerte Schäden.

01.04. Alter Weg bekommt neuen Namen: der Alte-Elbe-Radweg

Der Wanderweg an der Alten Elbe
Entlang der Alten Elbe schlängelt sich ein Jahrhunderte alter, wie verwunschen wirkender Pfad, der schon Ende des 19. Jahrhunderts Ausflügler unter schattenspendenen Bäumen durch die Elbenauer Schweiz und weiter zu den Ausflugslokalen an der Alten Elbe wie dem früheren Wolters Gasthaus in Calenberge führte. Auch gegenwärtig wird der Weg von Wanderern genutzt, so wie bei der Elbenauer Grünkohlwanderung im Jahr 2019 (Foto unten links). Im Verlauf des Weges kann man schöne Blicke auf die Alte Elbe werfen und gelegentlich auch Biberdämme (Foto unten rechts) sehen.
Dieser Weg soll in Zukunft stärkere Bedeutung finden. Dies teilte der Tourismusverband Elbe-Börde-Heide e.V., an dem auch der Salzlandkreis und die Stadt Schönebeck beteiligt sind, mit. "Der Elbe-Radweg ist ohne jeden Zweifel ein Dauerbrenner", sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, "aber viel zu viele fahren einfach so auf der Hauptstrecke durch unsere Landschaft, die doch noch viel mehr zu bieten hat". Dies soll nun die Ausschilderung kleiner Nebenwege ändern. Der erste davon wird schon in diesem Frühjahr der Alte-Elbe-Radweg sein. "Wir erwarten uns davon, dass auch diese Wege, wie der an der Alten Elbe von Elbenau nach Calenberge, wieder mehr benutzt werden. Vielleicht auch von Großstädtern, die einfach mal raus ins Grüne und Natur erleben wollen". Umfragen des Verbandes haben dies bestätigt, teilte sie weiter mit. Sie erwartet, dass dieser Trend unabhängig vom Corona-bedingten Urlaub in der Heimat anhalten wird. "Viele haben den Spaß daran gefunden, ihre Heimat neu zu entdecken".
Da bleibt nur noch, "Viel Spaß beim Radfahren und Wandern!" zu wünschen.
Der Wanderweg an der Alten Elbe An der Alten Elbe

28.03. Auch in diesem Jahr: kein Osterfeuer

Normalerweise hätte es am Ostersonnabend ein Osterfeuer gegeben. Angesichts der Pandemielage und der verordneten Abstandsbeschränkung und dem Verbot von Menschenansammlungen kann auch in diesem Jahr das Osterfeuer nicht stattfinden. Dies teilte der Bürger- und Kulturverein mit. Es wird darauf hingewiesen, dass am üblichen Osterfeuer-Platz kein Brenngut abgeladen werden darf.

28.03. Sturmschaden am Nachtigallenstieg

Sturmschaden Baum umgestürzt
Am Wochenende war es etwas windig. Eine kräftige Windböe brachte heute früh diesen großen Baum zu Fall. Inklusive Wurzelscheibe wurde er umgestoßen. Ob er ohnehin geschwächt war oder durch das Fällen der umstehenden Bäume viel mehr Wind abbekam, war nicht festzustellen. Jedenfalls ein weiteres Zeichen dafür, dass viele Bäume stark geschädigt sind und die Warnschilder des Forstbetriebes nicht unbegründet sind. Leider.

03.03. Wetterrückblick Februar: Erst Frost, dann Wärme

Winter in Elbenau
Niederschlag:
Summe: 59 mm (davon 35 cm Schnee)
Maxima:
25,0 mm/d am 07.02. (ca. 20 cm Schnee)
2,4 mm/h am 03.02.
Niederschlagstage: 15 Tage (davon 6 Tage mit Schneefall)

Temperatur:
max. + 18,7 °C am 24.02.
min. - 15,8 °C am 14.02.
Mittelwert + 0,9 °C
Frosttage: 11
Eistage: 8

Am Beginn des Monats gab es milde Temperaturen, aber schon am 6. Februar begann eine Frostperionde mit teils zweistelligen Minusgraden. In der zweiten Monatshälfte kehrte sich das Wetter um und es gab zweistellige Plusgrade. Aus minus 16 wurden plus 19 Grad.

Am 7. und 8. Februar kam es zu kräftigem Schneefall. Der Nordostwind trieb den Pulverschnee vor sich her und führte zu hohen Schneeverwehungen. Das Ergebnis waren winterliche Verhältnisse, wie wir sie schon lange nicht hatten, mit schwer befahrbaren Straßen und hohen Schneebergen am Straßenrand.

Nach einigen Tagen Frost hatte sich auf einigen Gewässern eine tragfähige Eisdecke von 8 bis 12 Zentimeter Dicke gebildet. Am Pretziener Wehr konnte das an der Alten Elbe nach Rückgang des Hochwassers auf den überfluteten Wiesen verbliebene Eis gefahrlos betreten werden.

27.02. Beginn der Eiszeit

Eiscafe Ebeling Elbenau Eiscafe Ebeling Elbenau
Der Winter ist vorbei – die Eiszeit kann beginnen. Heute, am letzten Februarwochenende, öffnete das Eiscafé Ebeling in Elbenau zum ersten Mal wieder nach der Winterpause. Rote Luftballons am Aufsteller mit den Eisangeboten setzen bunte Punkte in den etwas diesigen Februartag und weisen auf die Eröffnung hin. Im Eiscafé wird den Vorschriften entsprechend bedient, mit Mundschutz und hinter Glasscheiben. Die Eistheke ist gefüllt wie immer – alle Eisfächer sind voller süßer Köstlichkeiten. Nur ist es gerade heute nach den sehr warmen Tagen Anfang der Woche wieder etwas kühler. Läuft es dennoch gut am ersten Öffnungstag, frage ich Dajana Ebeling. "Ja, wir sind zufrieden", sagt sie, "es waren schon sehr viele Stammgäste hier". Und sie erklärt, dass es schön wäre, wenn man wieder ganz normal Eis auch im Eiscafé anbieten könnte. Denn derzeit gibt es das Eis nur zum mitnehmen, in der Waffel und in Eisboxen (die man auch vorher bestellen kann).
Geöffnet ist ab jetzt Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

13.02. Schneefeuerwerk

Schneefeuerwerk Mpemba-Effekt
Heute morgen war es nach einer klaren Nacht minus 15 Grad kalt. Auf freiem Feld zwischen Elbenau und Grünewalde zeigte das Thermometer sogar minus 17 Grad an. Gelegenheit für ein physikalisches Experiment: den Mpemba-Effekt. Nach einer etwas unglaublich klingenden Theorie gefriert heißes Wasser schneller als kaltes und warum das so ist, ist nicht völlig geklärt. Es kann was mit der Verdunstungskälte zu tun haben, mit gelösten Gasen oder den im Wasser enthaltenen Carbonaten. Genau weiß es keiner. Für einen optisch sehr schönen Versuch wird heißes Wasser mit Schwung in die kalte Winterluft geschleudert und kommt dann zu Schnee gefroren herunter. Im Gegenlicht der tiefstehenden Morgensonne ergaben sich eindrucksvolle Wolken aus Wasser, Dampf und Eiskristallen.

11.02. Elbenauer Kirche in der Blauen Stunde

Elbenauer Kirche in der Blauen Stunde
Die schneebedeckte Elbenauer Kirche, fotografiert in der Blauen Stunde zwischen Tag und Nacht, irgendwann nach Sonnenuntergang, wenn das Abendrot verblasst und allmählich das Blau der Nacht das Licht bestimmt. Eines der wenigen vorbeikommenden Autos zog eine lange Lichtspur durch das mit einer Langzeitbelichtung aufgenommene Bild. Beim Fotografieren in frostiger Stunde bei minus 6 Grad wurden die Finger bald starr vor Kälte.

09.02. Skifahren in Elbenau

Skifahren in Elbenau
Der Schneefall der vergangenen Tage hat das Flachland in so etwas wie ein kleines Wintersportparadies verwandelt. Die Zeiten, da es nur ein paar Kilometer weiter eine Sprungschanze gab, sind zwar lange vorbei. Und rodeln kann man hier nur auf ein paar kleinen Hügeln wie in Elbenau auf "Hoffmanns Berg". Dies ist vor allem etwas für Eltern mit ihren Kindern. Aber Skilaufen kann man ganz bei 30 Zentimeter Schnee und auch tagsüber kräftigem Frost ganz passabel. Schon am Sonntag waren die ersten Elbenauer auf Ski zu sehen. Auch wenn man jetzt nicht in die gerade begonnenen Winterferien fahren kann, muss man eben auf den Wintersport noch lange nicht verzichten. Dies dachten sich auch diese drei jungen Leute aus Grünewalde, die sich heute ihre Langlaufski anschnallten und bis nach Elbenau fuhren.

08.02. Schwere Technik im Einsatz

Heute schneite es weiter. Nicht so viel wie am Sonntag, aber immerhin kamen weitere 9 Zentimeter Pulverschnee vom Himmel. Insgesamt sind es jetzt also 29 Zentimeter Schnee. Pulverschnee ist leicht, deshalb waren es im aufgetauten Zustand nur 6,5 l/m², die in die Niederschlagsmessung eingehen.
Aber auch Pulverschnee hindert am Fahren. Und nachdem es in der Neuen Straße nicht mehr weiterging, rief Feuerwehrmann Marcel Ohle auf kurzem Dienstweg den Elbenauer Landwirt an. Dieser kam mit seinem 90 kW starken Radlader und ruckzuck war mit der 2,24 Meter breiten Schaufel der Schnee weggeräumt. So kann Nachbarschaftshilfe auch gehen.

07.02. Flockdown – Elbenau versinkt im Schnee

Schnee schippen
Die Überschrift hätte wohl genauer "Elbenau versinkt (nicht ganz) im Schnee" lauten müssen, denn das in vielen Medien angekündigte Schneechaos (in einer Nachrichtensendung war vom "Flockdown" die Rede) trat jedenfalls hier in Elbenau nicht in vollem Ausmaß ein. Statt 40 waren es etwa 20 Zentimeter Neuschnee. Der Schnee kam allerdings mit einem scharfen Ostwind daher, der ihn beinahe wagerecht fallen ließ und für Schneeverwehungen sorgt. Den ganzen Tag über schneite es beinahe ununterbrochen. Und so sah man immer wieder Elbenauer mit Schneeschiebern, die die Gehwege vor ihren Häusern von Schnee befreiten. Teilweise wurde der Schnee sogar mit Schubkarren abtransportiert, weil die Schneehaufen auf der Fahrbahn sonst zu groß geworden wären.
Sogar Wintersport wurde möglich – man sah einzelne Elbenauer mit Skiern an den Füßen durch den Wald laufen. Wegen des starken Schneefalls waren kaum Autos unterwegs, die Winterwanderer hatten die Straßen für sich. Der eisige Wind machte das Wandern allerdings ein wenig unangenehm. Der Wind peitschte die Flocken ins Gesicht und aus den sechs grad Minus wurden durch die zusätzlich kühlende Wirkung des Windes ("Windchill") etwa minus zwölf Grad.
Die letzten Jahre über gab es nur vereinzelt Schnee. Das letzte Mal Schnee in diesem Ausmaß liegt schon zehn Jahre zurück: im Dezember 2010 fielen insgesamt 53 Zentimeter Schnee. Damals hingen an vielen Dächern lange Eiszapfen, weil sich durch die isolierende Wirkung des Schnees die Null-Grad-Grenze vom Dach in die Schneeschicht verlagert hatte, auf den Dächern der Schnee zum Teil schmolz und in den Regenrinnen nicht abfließen konnte.
Winter in Elbenau Winter in Elbenau
Winter in Elbenau Winter in Elbenau
Winter in Elbenau Winter in Elbenau

06.02. Beim Schneefeegen: auch die Hydranten freihalten

Angesichts der in der Nacht und morgen zu erwartenden Schneefälle wies die Freiwillige Feuerwehr Elbenau darauf hin, beim Schneefegen auch die Unterflurhydranten von Schnee zu räumen. Zu erkennen und zu finden sind die ovalen Stahlgussdeckel der Hydranten an roten Hinweisschildern. Im nebenstehenden Foto ist die Bedeutung der Zahlen auf den Schildern erklärt. Im Beispiel steht in der Mitte unter dem "T" eine 4,0 und rechts eine 4,9. Das bedeutet, dass der Hydrant in einer Entfernung von 4,00 Meter vor dem Schild und 4,90 Meter rechts vom Schild zu finden ist.
Die Kameraden der Jugendfeuerwehr haben auch in diesem Herbst jeden der Elbenauer Hydranten auf seine Funktion getestet und mit einer Plastefolie dafür gesorgt, dass sich der Deckel auch bei Frost öffnen lässt. Ein Freihalten von Schnee hilft im Fall eines Brandes, den Hydranten auch tatsächlich schnell auffinden und in Betrieb nehmen zu können. Wenn erst noch Schnee geschaufelt werden muss, könnten wertvolle Minuten vergehen, bis die Feuerwehr das Löschwasser entnehmen kann. Also schauen Sie am besten selbst vor Ihren Häusern, ob und wo sich dort ein Hydrant befindet.

05.02. Bäume fallen am Nachtigallenstieg

In der letzten Januarwoche kreischten Kettensägen im Nachtigallenstieg, dem Wald zwischen Elbenau und Grünewalde. Bereits vor einigen Monaten wurden Teilflächen des Waldes gefällt, um sie neu aufzuforsten. Diesmal geht es bei den Arbeiten um die Sicherheit der Kreisstraße von Grünewalde nach Elbenau und des Radweges, der im Wald parallel zur Straße verläuft. Gerade erst zwei Wochen zuvor war ein dicker Baum direkt auf den Radweg gestürzt. Mehrere weitere sind selbst von interessierten Laien als gefährdet anzusehen.
Baumarbeiten im Wald bei Elbenau
Nun ist der Radweg schon immer ein Thema ständigen Anstoßes der Elbenauer. Er war schon seit Jahrzehnten der Schulweg der Grünewalder Kinder, er ist der Weg auf dem viele Radfahrer in die Stadt fahren. Aber er ist auch sehr weit von den Standards eines Radweges entfernt. Die Stadt Schönebeck ist froh, überhaupt einen Weg zu haben (und kümmert sich auch gelegentlich um das Freischneiden des Weges). Der Salzlandkreis, dem die Straße gehört, hat kein Geld, einen ordentlichen Weg an der Straße entlang zu bauen. Bleibt noch der Eigentümer des Waldes. Das ist der Landesforstbetrieb. Und für diesen ist der Wald zunächst ein Forstweg, mit einer entsprechend dem Waldgesetz eingeschränkten Verkehrssicherungspflicht.
Die Wälder um Elbenau herum liegen im Forstrevier "Elbaue". Revierleiter Jens Dedow hat wegen der Vielzahl geschädigter Bäume jetzt eine Firma aus Schopsdorf mit der Fällung aller Bäume beauftragt, die wegen mangelnder Standsicherheit auf den Radweg stürzen könnten. Und das sind beachtlich viele, wie die bereits entstandenen Lücken zeigen. "Von weitem sehen die Bäume vielleicht noch gut aus", erklärt der Vorarbeiter, "aber von nahem sieht man schon die Bohrlöcher in der Rinde und untendrunter die Fraßgänge von Käfern. Und in der Krone fallen die toten Äste auf. Da ist nicht mehr viel zu retten", sagt der Fachmann. Und weist darauf hin, dass sich viele der Bäume zum Weg hin neigen: "die sind zum Licht hin gewachsen". Also noch mehr Gefahr, dass geschwächte Bäume auf den Weg stürzen würden.
Die Neigung der Bäume ist auch Grund für die Fäll-Technologie. Ein Forstarbeiter steigt mit einer Leiter am Baum hinauf, befestigt dort eine Seilschlinge. Das Seil führt in den Wald hinein zu einer motorbetriebenen Winde. Die Säge kreischt, die Winde zieht den Baum beim Fallen vom Weg weg. Fertig. Wieder ein Baum weniger.
Baum Fällen nahe Elbenau

Elbenauer Waldschadensbericht

Und wie geht es nun weiter, frage ich Jens Dedow und seine Antwort ist dann ein wenig wie ein Waldschadensbericht. "Erst mal geht es uns hier nur um die Verkehrssicherheit und um den zur Straße gelegenen Teil des Waldes", sagt er, "aber wir müssen uns irgendwann auch den Rest des Waldes vornehmen". Nun ist ja bereit kurz vor Grünewalde ein Stück Wald fast kahl geschlagen und neu bepflanzt. Müssen wir damit rechnen, dass das so weitergeht? "Da muss man leider von ausgehen", antwortet Dedow. "Der Wald ist in einem katastrophalen Zustand. Die Eichen leiden seit den letzten Sommern unter Wassermangel und am Hitzestress, dann kommen noch Käfer dazu, der Wald ist in seiner Funktion nicht mehr gegeben. Sie haben ja schon gesehen, wie Bäume 'einfach so' umfallen. Die Kronen können wir uns anschauen, aber wir können nicht absehen, wie es im Wurzelbereich aussieht."
Eigentlich doch Eichen in der Elbaue zu Hause und robuste Bäume, was ist da passiert? "Die alten Eichen sind nicht mehr in der Lage, mit ihren Wurzeln in tieferer Richtung an das Grundwasser zu kommen", sagt Jens Dedow und erklärt das für Laien am Beispiel eines Blumenstraußes: "Das können die schönsten Blumen sein, aber wenn das Wasser weg ist, dann hängen die Köpfe und das wird dann auch nichts mehr".
Und werden wenigstens einige Bäume stehengelassen? "Das ist ein Abwägungsprozess, wir schauen uns die Bäume natürlich an. Und wir warten auch erst mal, ob vielleicht doch wieder etwas Grundwasser zurückkommt. Aber ich habe meine Zweifel, ob es die stark geschädigten Bäume schaffen." Bei einigen Bäumen hat es aber auch mit Naturschutzgründen zu tun, dass sie stehenbleiben. "Wir haben hier unter anderem den Heldbockkäfer und der ist streng geschützt". Der Heldbock oder Großer Eichenbock ist einer der größten in Deutschland vorkommende Käfer, er befällt vor allem absterbende Stieleichen, für einen gesunden Bestand ist er eher keine Gefahr. Beim Thema Käfer kommt Dedow auch auf die Vermarktung des Holzes zu sprechen: "Die Borkenkäfer sind da unbedeutend. Aber wir haben hier auch Schäden durch den Werftkäfer, der am Holz von Schiffen große Schäden anrichtet, aber auch an Bäumen, wo er nicht nur unter der Rinde, sondern von außen bis ganz nach innen Gänge bohrt. Das Holz ist dann eigentlich nicht mehr zu verbrauchen und beinahe wertlos". Was darauf hindeutet, dass die Bäume nicht vorrangig gefällt werden, um damit Geld zu machen.

02.02. Wetterrückblick Januar: Erst nieselig, dann kurzer knackiger Winter

Winter in Elbenau
Niederschlag:
Summe: 40 mm (davon 17 cm Schnee)
Maxima:
8,0 mm/d am 30.01.
1,9 mm/h am 19.01.
Niederschlagstage: 22 Tage (davon 6 Tage mit Schneefall)

Temperatur:
max. + 10,9 °C am 21.01.
min. - 8,9 °C am 31.01.
Mittelwert + 1,4 °C
Frosttage: 13
Eistage: 4

Der Januar begann mild, aber gleich am 3. Januar kamen 3 Zentimeter Schnee vom Himmel, auch am 9. Januar noch einmal. Allerdings bei Temperaturen, bei denen der Schnee nicht lange liegenblieb. Die erste Hälfte des Monats lagen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Nach ein paar frostigen Tagen wurde es nochmal warm, bevor dann Ende des Monats ein kurzer, aber kräftiger Kälteeinbruch kam. Nachttemperaturen von knapp zehn Grad unter Null (auf freiem Feld sogar -15 Grad) ließen die Gewässer zufrieren. Immerhin 5 Zentimeter war das Eis auf der Alten Elbe dick.

Der Januar war mit 22 Niederschlagstagen ein feuchter Monat, meist waren es aber nur wenige Millimeter. Mehr wurde es erst an den beiden Schneetagen Ende des Monats. In der Summe reichte es dann, um beinahe an den Januar-Durchschnitt heran zu kommen.

31.01. Erste Kraniche fliegen gen Norden

Am Morgen des 31. Januar, bei Schnee und minus acht Grad, flog ein Schwarm von etwa 70 Kranichen über uns hinweg nach Nordosten, unverkennbar an ihren typischen Rufen. Kraniche? Um diese Zeit? Vogelexperte Paul Dörfler bestätigte: "Ein Teil der Kraniche fliegt tatsächlich schon jetzt in Richtung ihrer nördlichen Heimat. 'Meine' Kraniche fliegen neuerdings, seit zwei Jahren, überhaupt nicht mehr weg. 'Wozu nach Spanien, wenns hier auch was zu futtern gibt und der Winter eh ausfällt?' werden sie sich wohl denken."

30.01. Schneekünstler

Über Nacht hat es geschneit, eine zehn Zentimeter dicke Schneedecke lud heute ein zur Winterwanderung, zum Schlittenfahren – und zum Schneemann bauen. Dies taten auch Johannes und Julia Gürtler aus Elbenau. Sie bauten aber nicht den klassischen Schneemann aus drei Kugeln. Ein Schnee-Bauer sitzt am Wegesrand, ruht sich von der Arbeit aus, die Hacke noch in der Hand, die Gummistiefel an den Füßen – und den Adventskranz als Hut auf dem Kopf.

24.01. Landrats-Wahl: In Elbenau liegt Amtsinhaber Markus Bauer vorn

Wahllokal mit Maskenpflicht
Nichts ungewohntes mehr: bei der Landratswahl galt Maskenpflicht. Deshalb sahen die Wahlhelferinnen und ebenso auch die Wählerinnen und Wähler so wie auf der Grafik an der Eingangstür aus. Bis zur Schließung des Wahllokals um 18 Uhr hatten 129 Wähler ihre Stimme abgegeben. Bis zum Mittag waren etwas weniger als die Hälfte der Stimmen im Kasten. In Elbenau gibt es aktuell 451 Wahlberechtigte (Einwohner ab 16 Jahren). Davon hatten 39 einen Wahlschein für die Briefwahl beantragt. Für die verbleibenden Wähler ergibt sich eine Wahlbeteiligung von nur 31,3 Prozent. (Wenn man davon ausgeht, dass die Briefwähler diese Möglichkeit auch genutzt haben, dann wären es für Elbenau 37,2 Prozent). Bei der Oberbürgermeisterwahl im Oktober letzten Jahres lag die Wahlbeteiligung noch bei 50 Prozent. Ob das Interesse geringer war oder die neue Corona-Welle und die Furcht vor einer Ansteckung zur Abnahme der Wählerzahlen führten, wird wohl keiner genau sagen können.
Die Stimmauszählung verlief wieder reibungslos. Schon um 18:08 Uhr lag das Ergebnis vor und um 18 gelang es, telefonisch zum Wahlleiter durchzukommen, um die Ergebnisse aus Elbenau zu melden:
Bewerber  Stimmen  Stimmanteil 
Markus Bauer (SPD)   67  54,03 %
Dr. Alexander Goebel (CDU)   57 45,97 % 
ungültige Stimmen     5  

In Elbenau, wo das Wahlergebnis meist zugunsten der CDU ausfällt, liegt der Amtsinhaber Markus Bauer deutlich vor seinem Herausforderer. Das dürfte ein Zeichen für das erst am Abend erwartete Ergebnis sein.

Diesmal geht ein besonders herzlicher Dank an die Wahlhelferinnen, die nicht nur den Sonntag für die Durchführung der Wahl geopfert haben, sondern dies auch unter erschwerten Bedingungen taten – die gesamte Zeit mit Maske und immer mit dem Desinfizieren von Stiften und gelegentlich auch der Wahlkabinen beschäftigt.

Das Ergebnis für die gesamte Stadt Schönebeck sah dann ziemlich genau so aus wie zuvor bereits in Elbenau:
Bewerber  Stimmanteil 
Markus Bauer (SPD)  55,57 % 
Dr. Alexander Goebel (CDU)  44,43 %
Die Wahlbeteiligung im gesamten Gebiet der Stadt Schönebeck betrug nur 20,47 Prozent.

Im gesamten Salzlandkreis ergab sich ein deutlicherer Vorsprung des Amtsinhabers, bei 22,07 Prozent Wahlbeteiligung:
Bewerber  Stimmanteil 
Markus Bauer (SPD)  65,16 % 
Dr. Alexander Goebel (CDU)  34,84 %

Mit diesem eindeutigen Ergebnis bleibt Markus Bauer Landrat des Salzlandkreises.

14.01. Sturmschaden am Radweg

Beim leichten Sturm gestern abend brach eine 70 Zentimeter dicke Ulme in fünf Meter Höhe ab und stürzte auf den Radweg zwischen Elbenau und Grünewalde, etwa dort wo die Kapstraße Richtung Randau abzweigt. Bis heute vormittag war der Baum noch nicht weggeräumt. An der Abbruchstelle hatte der Stamm immer noch etwa 50 Zentimeter Durchmesser, das Gewicht des herabfallenden Baumes hätte also Radfahrer oder Fußgänger auf dem Weg schwer verletzen können, wenn nicht gar noch schlimmeres. Da der Weg von vielen Elbenauern benutzt wird, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Spazieren, sollte dringend die Verkehrssicherheit des Weges in Augenschein genommen werden. Die Stadt ist bereits informiert.
Baum auf Radweg Baum auf Radweg

Viele Bäume geschädigt

Dass es um den Wald schlecht bestellt ist, ist durchaus schon länger bekannt. Im Bewusstsein der Elbenauer wie auch der Grünewalder und Schönebecker gehört der Wald des Nachtigallenstieges aber immer noch zur Grünen Lunge der Stadt, zur naheliegenden Möglichkeit zum Spazierengehen, zur Erholung in der Natur. Indes sind viele Bäume durch den Klimawandel geschädigt. Die Wärme der letzten Jahre traf auf zurückgehende Grundasserstände und schwächte die Bäume. Vor allem die Eschen sind durch Pilze geschädigt. Aber auch der auf den Radweg gestürzte Baum war bereits von Pilzen befallen. Die Bruchstelle zeigt die Vorschädigung (Foto links). Das Holz besaß keine Festigkeit mehr – es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis der Baum abbrach. Und leider stehen am Radweg weitere geschädigte Bäume. Der Landesforst Sachsen-Anhalt hat deswegen an allen Waldwegen um Elbenau herum Warnschilder befestigt, die auf die Gefahr hinweisen (Foto rechts, anklicken zum vergrößern). Es wird darauf auf die "aufgrund der anhaltenden Trockenheit" absterbenden Bäume hingewiesen und "für unbestimmte Zeit" empfohlen, vom Betreten der Wälder und der Waldwege abzusehen. Der Forstbetrieb ist damit aus der Haftung.
Baum auf Radweg Warnschild

Unklarer Status des Weges

Hier ergibt sich ein grundsätzliches Problem. Bei Wäldern ist klar, dass man sich dort in Acht nehmen, sich eigenverantwortlich verhalten muss. Beim Weg nach Grünewalde aber handelt es sich um einen Weg mit Verkehrsbedeutung. Der Weg liegt jedoch im Eigentum des Landesforstes und ist aus dessen Sicht ein normaler Forstweg, der einer geringeren Verkehrssicherungspflicht unterliegt. Die Straße nebenan ist die Kreisstraße K1296, für diese ist ganz klar der Salzlandkreis zuständig. Für den Wald weg aber nicht. Für die Elbenauer ist der Weg neben der Straße aber "ihr" Radweg in die Stadt. Jedoch weder Kreis noch Stadt fühlen sich zuständig und sind es dem Gesetz nach auch nicht. Immerhin wurde der Weg mit städtischer Unterstützung ab und zu freigeschnitten und die Oberfläche instandgehalten. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht.

Schäden der Wälder in der Elbaue sind Thema in "MDR um vier"

Passend zum konkreten Schaden kam gerade vor wenigen Tagen im MDR ein Beitrag, in dem Jens Dedow, Revierleiter des Forstreviers Elbaue, mit dem Filmteam durch die Wälder irgendwo zwischen Elbenau und der Elbe läuft und die Ursachen des schlechten Zustandes vieler Bäume erklärt: "Es sieht so aus, dass hier in der Elbaue ein Viertel bis zur Hälfte unserer Bestände stark von Absterbeerscheinungen betroffen ist". Besonders betroffen: die Eschen. "Das Eschentriebsterben wird verursacht von einem kleinen Pilz, dem weißen Stengelbecherchen, hinzu kommt die Trockenheit, und wenn kein Saftfluss mehr vorhanden ist, kann sich der Baum nicht mehr wehren". Und dann kommt der Eschenbastkäfer (wie mir eine Forstwissenschaftlerin erklärte: jeder Baum hat seine eigenen Schädlinge, so wie der Borkenkäfer an den Fichten im Harz) und erledigt den Rest. Dem Forstmann ist die Verzweiflung über den Zustand des Waldes anzuhören, wenn er feststellt: "es ist unser klimastabiler Mischwald, der uns gerade vor unseren Augen wegstirbt". Aufgeforstet wird überwiegend mit Eichen. Aber auch mit anderen Baumarten wie Schwarzpappel oder Schwarznuss wird versucht, einen gesunden Baumbestand zu erreichen. In der Hoffnung, dass die jungen Bäume bis in tiefere Wasserschichten Wurzeln schlagen. Der Fernsehbeitrag ist noch bis zum 7. Februar in der MDR-Mediathek zu sehen.

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